Eine Kleine Geschichte über die ENTSTEHUNG DES PFINGSTRUNS
Die brennende Frage wie alles begann, interessierte uns zuerst auch ziemlich, aber wir kamen irgendwie auf keinen Punkt…
Am Anfang waren wir eine Handvoll Rollerfahrer aus Wahlwies, die sich über Knobel, Jörg Krusche und Falco Fischer kennengelernt haben. Uns reizte die Idee, ein Treffen zu machen, welches mal was anderes war, ein richtiges „Fäscht“ und nicht irgendein Loosertreffen oder ein Kuttentreffen mit lauter vollen Typen und Idioten.
Allerdings wollten wir auch kein „Konkurrenztreffen zu unserem „alten“ Freund Otti machen. Da wir mit den beiden rollertechnisch ziemlich viel unternahmen, lernten wir irgendwann 1993 mal die Rollerhorde Ermstal kennen. Die waren von der Idee begeistert und versprachen uns, Werbung für das Treffen zu machen, da wir zu diesem Zeitpunkt sozusagen keine Sau kannten.
Dann ging’s also los. Zuerst stellte sich für uns die Frage „Wo überhaupt?“ und vor allem „Wann?“. Zu „Wann“ überlegten wir uns, wenn es das ganze Jahr über so ein langes Wochenende gibt, dass drei Tage Vollsuff sich kaum bemerkbar machen. Da stießen wir also nach langem Hin und Her und einigen Kästen Rothaus auf Pfingsten. Ein Problem gab es da allerdings noch: das Wetter, das es in Zukunft nicht immer so gut mit uns meinte…
Blieb also noch die Frage nach der Örtlichkeit. Da wir alle Wahlwieser waren und uns die Eschenbühlhütte nicht fremd war, einigten wir uns auf sie, von der aus man, wie ihr ja alle wisst, einen gigantischen Blick auf die Bodenseelandschaft hat. Nun schafften wir also ein paar Kästen Bier (Rothaus natürlich…), eine kleine Anlage, ein Aggregat und ein bisschen Licht an die Hütte, natürlich am Mittag davor, um das erste Treffen auf Wahlwieser Boden zu machen. Es war ein kleines, aber feines Fest mit ca. 50 Vespafahrern und solchen, die sich gerne dazu zählten. Das war 1994 (an Pfingsten natürlich).
Da das Fäscht so gut ankam, beschlossen wir im nächsten Jahr gleich wieder ein Treffen zu machen – allerdings noch ein bisschen größer und mit richtiger Werbung.
Als beim zweiten Pfingstrun zum ersten Mal ein Beschleunigungsrennen zu den Show Acts gehörte, war für uns klar, dies soll kein klassisches Feldwegrennen werden. Die Strecke der Wahl war eine Zufahrtstraße des nahegelegenen Kieswerks. Alles schien gut geplant, die Rollerhorde Ermstal übernahm die Rennleitung, Erwi im üblichen Zustand die Siegerehrung usw. Eine Kleinigkeit wurde allerdings übersehen… die Genehmigung für diese „Roller-Leistungsprüfungsfahrt“.
Jeder der dabei war durfte erleben, wie schnell sich ca. 200 Gäste und Teilnehmer im wahrsten Sinne aus dem Staub machen konnten. Fortan war klar: Das Ganze muss unter angepassten Rahmenbedingungen stattfinden… ein Militärgelände der Luftwaffe in Neuhausen ob Eck ließ in den Folgejahren keine Wünsche offen. Eine 1500m lange und 100m breite Landebahn bot für „DIE-PERFEKTE-QUARTERMILE“ ausreichend Spielwiese.
Nachdem sich beim Rennen im Jahr 2000 ein Clubmitglied schwer verletzte, gehören T-Shirt und Badelatschen bei Rennen der Vespa- und Lambretta-Szene der Vergangenheit an. Der Club definierte Sicherheitsstandards für Zuschauer, Teilnehmer und deren Fahrzeuge, die mittlerweile nicht nur beim Pfingstrun als selbstverständlich gelten.
Zum zehnjährigen Jubiläum 2003 wurde die „Wertung der schnellsten Vespa bzw. Lambretta im deutschsprachigen Raum“ definiert.
Alle Teilnehmer, die es mindestens auf das Podium schaffen und somit bewiesen haben, dass der Roller auch eine Mindesthaltbarkeit aufweist, dürfen an der Wertung teilnehmen. In 2003 ging der Wanderpokal mit 164 kmh an Stoffi‘s Garage aus Österreich. Seit 2008 hält Worb5 mit 13,45 Sekunden (ohne Reaktionszeit) den Rekord.
Anfang des 21. Jahrhunderts zeichneten sich nicht nur bei unserer Quartermile-Veranstaltung schleichend sinkende Teilnehmerzahlen ab. Um Impulse für eine Trendwende zu setzen, wurde zusammen mit den gewichtigsten nationalen Veranstaltern für Beschleunigungsrennen die deutsche Blechroller Meisterschaft geboren. Die Klasseneinteilung, Sicherheitsanforderungen, Wertungen und vieles mehr wurden im DBM-Regelwerk definiert und vereinheitlicht. Die DBM-Sponsoren ermöglichten es, in eine professionelle und speziell für Roller angepasste Zeitnahme und dazugehörige Software zu investieren. Die Auftaktveranstaltung der DBM war beim Pfingstrun 2008 mit dem ersten Lauf zur Meisterschaft 2008. Die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf und es erfreuen sich immer mehr Teilnehmer und Zuschauer an der Meisterschaft.
Seit dem ersten Rennen im Jahr 1995 hat sich das Wettbewerbssystem Doppel-KO bis heute in der DBM bewährt.











